Agenturauftragnehmer – Mittelbar beauftragte Auftragnehmer, die ihre Arbeiten unter unmittelbarer Beaufsichtigung eines eigenen Mitarbeiters erbringen, wie Zeitarbeiter, vorübergehend Beschäftigte, Berater und fachbezogene Dienstleister.
Arbeitsfähigkeitsbescheinigung – Status bezüglich der Rückkehr an den Arbeitsplatz und Anweisungen, die anzeigen, ob der Mitarbeiter ohne Einschränkungen oder unter angepassten/eingeschränkten Arbeitsbedingungen an den Arbeitsplatz zurückkehren kann oder ob er derzeit nicht arbeitsfähig ist (Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung („AU“)). In der Mitteilung zur Arbeitsfähigkeit sollten keine persönlichen medizinischen Informationen genannt oder angedeutet werden.
Arbeitsunfallversicherung – Versicherung für medizinische Kosten und Gehaltsausfälle aufgrund von arbeitsbedingten Verletzungen/Erkrankungen. In Deutschland ist die unmittelbar versichernde, gesetzliche Pflichtversicherung die jeweilige Berufsgenossenschaft („BG“), der die DGUV (Deutsche, Gesetzliche Unfallversicherung als Dachverband vorsteht.
Ausfallzeit oder Fall mit Ausfallzeit – Tage, an denen der Mitarbeiter von der Arbeit abwesend ist (außer dem Tag oder der Schicht, an dem/in der sich der Vorfall ereignete). Ein Begriff, mit dem berufliche nicht tödliche, traumatische Verletzungs-, Erkrankungs- oder Krankheitsfälle beschrieben werden, die zu Ausfallzeiten über den Tag oder die Schicht, an dem/in der sich der Vorfall ereignete, hinaus führen.
Abfall – Material oder Teil, das vom Unternehmen nicht länger verwendet wird oder durch eine Vorschrift als Abfall eingestuft ist.
Abfallklassifizierung – Eine behördliche Beschreibung einer Abfallart, häufig mit einem Code versehen (Abfallschlüssel = AVV) oder einer spezifischen Bezeichnung, der/die gesonderte Vorgaben für Umgang oder Aufbereitung auslösen könnte.
Abfallmanagement – Umgang, Lagerung, Behandlung, Entsorgung, Recycling und Wiederverwertung von Abfällen inkl. erforderlicher Dokumentation und Aufrechterhaltung erforderlicher Genehmigungen.
Abfalldienstleister – Ein für die Abfallbewirtschaftung zugelassenes Unternehmen.
Ausfallauswirkungsanalyse (Failure Modes and Effect Analysis; FMEA) – Ein Prozess zur Analyse von möglichen Ausfallarten eines Systems, um den Schweregrad einzustufen oder die Auswirkungen der Ausfälle auf das System zu bestimmen. Ausfälle sind potenzielle oder tatsächliche Fehler oder Mängel im Prozess, dem Konzept oder einer Komponente. Die Analyse der Auswirkungen bezeichnet die Ermittlung der Folgen dieser Ausfälle.
Angemessene Vorhersehbarkeit (wahrscheinliches Szenario) – Ein vernünftigerweise vorhersehbares Ereignis, bei dem eine logisch denkende Person mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von dem Eintreten eines Vorfalls ausgehen kann. Dabei stellt die entfernte Möglichkeit einer Verletzung, Erkrankung oder Umweltschädigung keinen ausreichenden Grund zu der Annahme dar.
ASA – Akronym für den Arbeitsschutzausschuss, wird nach gesetzlicher Vorgabe mindestens quartalsweise zusammengerufen und bestehet aus Unternehmer (o. Vertreter), SiFA, Betriebsarzt, Betriebsrat, Sicherheitsbeauftragten und weiteren Spezialisten bei Bedarf.
Anzunehmende Notfälle am Standort – Vorfälle, die nach Einschätzung des Standorts mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintreten können und Einleitung von Notfallmaßnahmen erfordern, um den mittel- und unmittelbaren, insbesondere aber kurzfristigen Auswirkungen entgegenzuwirken. In der Regel weisen solche Vorfälle einen mäßigen oder hohen Schweregrad aufweisen sowie mit Auswirkungen auf das Personal, Gebäude, Inhalte des Gebäudes, die Umwelt, die Gemeinde oder die Betriebsfähigkeit der Einrichtung verbunden sein.
Auftragnehmer für Wartung und Instandhaltung – Auftragnehmer, die Wartungs-, Test-, oder Instandhaltungsarbeiten durchführen wie Techniker, Installateure (Sanitär, Elektro etc.), Zimmerleute und andere Handwerker. Diese Auftragnehmer können direkt überwacht werden und unterliegen den Regularien des unternehmensspezifischen Fremdfirmenmanagements.
Auftragnehmer für den Versorgungsbetrieb und Betreiber von Support-Systemen – Auftragnehmer, die für die laufende Versorgung und Support-Systeme des Unternehmens zuständig sind, wie Stromerzeugung, Abfall- und Abwasserbehandlung, Gebäudeautomations- und Ventilationssysteme. Diese Auftragnehmer können direkt von einem eigenen Mitarbeiter überwacht werden.
Atemschutzgeräte – Atemschutzgeräte dienen speziell dem Schutz vor dem Einatmen von Staub, sonstigen Partikeln, Dämpfen und Gasen mit toxischen Konzentrationen und können unterschiedlich klassifiziert sein sowie auch umluftunabhängig autark genutzt werden.
Alternative Beschriftung – Kennzeichnungssystem auf Basis von Zeichen, Schildern, Prozessblättern, Chargentickets, Betriebsverfahren oder sonstigen schriftlichen Materialien anstelle der Anbringung von Beschriftungen – z.B. an einzelnen stationären Prozessbehältern. Die alternative Kennzeichnung bietet in Kombination mit der entsprechenden Mitarbeiterschulung dieselbe visuelle Gefahrenwarnung wie traditionelle Etiketten. Nutzung überwiegend im Bereich von Textersatz durch Piktogramme (GHS-konform) mit dem Vorteil der leichten Erkennbarkeit und einheitlichem Verständnis trotz Sprachbarrieren.
Alternatives Sicherheitsdatenblatt – Ein Deckblatt mit neun Abschnitten zur Mischung von Komponenten-SDS. Es ist nicht erforderlich, dieses Deckblatt an die Komponenten-SDS anzuhängen, soweit diese Komponenten-SDS bereits verfügbar sind.

BSO – Brandschutzordnung. Wird (einfach interpretiert) in schematisch bebilderte Abläufe für Alarmsituationen gesplittet (Teil A, B, C) und gibt Hinweise zum Verhalten für Besucher, Mitarbeiter und weiter qualifizierte Führungskräfte des Unternehmens – z.B. im Brandfall. Ist normiert – im Falle eines individuellen Notfallmanagements allerdings durch dieses weit übertroffen.
Betriebskontinuität und Wiederherstellung – Die Fähigkeit eines Unternehmens zur Rückkehr in den normalen Geschäftsbetrieb nach einem eingetretenen Notfall durch Ermittlung der Auswirkungen von potenziellen Verlusten und konsequente Umsetzung tragfähiger Wiederherstellungsstrategien und -Pläne.
Benachrichtigung – Der Kommunikationsprozess, bei dem Krisenmanagement-Teams, Mitarbeiter, Behörden und Stakeholder darüber informiert werden, dass eine potenzielle oder tatsächliche Katastrophensituation besteht oder bestand.
Bedarfsfall – Jede Situation, die der Konsultation der jeweils benötigten Fachbereichs bedarf – muss nicht zwingend im Rahmen einer Notfallsituation sein, sondern kann dem originären Informationsaustausch dienen.
Beinaheunfall – Ein unvorhergesehenes Ereignis, das nicht zu einer Verletzung, einer Krankheit, einem Todesfall, der Beschädigung von Produkten oder Eigentum, einer Explosion, einem Feuer, einer Freisetzung chemischer Stoffe oder einer Unterbrechung der Geschäftstätigkeit führt, unter etwas anderen Umständen oder einer anderen Überwachung jedoch mit einer oder mehreren dieser Auswirkungen hätte verbunden sein können und zwar möglicherweise mit weitaus schwerwiegenderen Folgen.
Beschädigung von Geräten/Eigentum/Prozessen oder Unterbrechung der Geschäftstätigkeit – Die Beschädigung von Geräten/Eigentum/Prozessen oder Unterbrechung der Geschäftstätigkeit mit Auswirkungen auf die Sicherheit und/oder Umwelt.
(BG-) Meldepflichtige Verletzung/Erkrankung – Eine arbeitsbedingte Verletzung/Erkrankung, die den Tod, Bewusstlosigkeit, Ausfalltage, Arbeitseinschränkung oder die Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz zur Folge haben kann bzw. eine medizinische Behandlung erfordert, die über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgeht.
Befähigte Person – Eine Person, die in der Lage ist, bestehende und vorhersehbare Gefahren in der Umgebung oder bei den Arbeitsbedingungen zu ermitteln, die potentiell unhygienisch, riskant oder gefährlich für die Mitarbeiter sein können und sich mit der/dem erforderlichen Schutzausrüstung/-verfahren auskennt und durch Qualifizierung befugt ist, umgehend Korrekturmaßnahmen zur Eliminierung zu ergreifen. Sie ist schriftlich bestellt und hat ihre Kompetenz anhand einschlägiger Qualifikationsmaßnahmen nachgewiesen.
Bauträger/Auftragnehmer für Kapitalprojekte – Auftragnehmer, die neue Gebäude/Systeme errichten oder eine Renovierung, Erweiterung oder einen Abriss bestehender Gebäude und Systeme durchführen.
Behälter – Jeder/jedes/jede Beutel, Fass, Kiste, Tonne, Zylinder, Trommel, Reaktionsgefäß, Lagertank oder ähnliches Gefäß in (subtotal) geschlossener Form, sofern er/es/sie sich zur Aufnahme von Medien eignet.
BEM/RTW – Betriebliches (Wieder-)Eingliederungsmanagement/ Return to work; Programm, das Verfahren, Abläufe und Maßnahmen beinhaltet, die nach durchlaufener Erkrankung/Verletzung die Reintegration des Betroffenen in den Arbeitsprozess ermöglichen soll; orientiert sich dabei medizinisch an den individuellen Möglichkeiten des Betroffenen und geht ggf. (z.B.) mit zeitlicher Begrenzung und/oder Veränderungen des Arbeitsplatzes einher.
Beseitigung – höchste Stufe in der Herangehensweise der Schutzmaßnahmen, bei der die Gefahrenquelle oder, falls zutreffend, die Gefahrenexposition beseitigt werden.

Chemikalien – Feste, flüssige oder gasförmige chemische Komponenten oder Gemische mit Elementen und/oder Komponenten. Dazu zählen gefährliche und nicht gefährliche Chemikalien, jedoch keine gefährlichen oder nicht gefährlichen Abfallstoffe.
Chemikalienmanagement – Managementsystem, das die Zulassung, Beschaffung, Bestandserfassung, Annahme, Transfer, Lagerung und Beschriftung von Chemikalien regelt. Dazu zählen außerdem die Gefahrenkennzeichnung und -informationen nach GHS.

Drogentests – Erforderliche Drogen- und Alkoholtests für an Unternehmensstandorten arbeitende Auftragnehmer gemäß individueller Unternehmensrichtlinie zu Drogen und Alkohol für Auftragnehmer.
Designiertes Personal – Geschultes Personal am Standort mit zugewiesenen Aufgabenbereichen.

Evakuierung – Maßnahme, sich im Unternehmen befindliche Menschen bei Alarmierungen geordnet und zielgerichtet auf vordefiniertem Flucht- und Rettungsweg in Sicherheit außerhalb des Gefahrenbereichs zu verbringen. Sollte während der Durchführung von ortskundigem Personal begleitet und gezählt werden, um späteren Abgleich mit ggf. vermissten Personen zu ermöglichen. Endet i.d.R. mit der Zählung am Sammelplatz. Regelmäßige Übungen sind gesetzlich vorgeschrieben.
EHS / HSE – Akronym für Evironment, Health und Safety in beliebiger Anordnung. Steht allgemein für alle Belange des Umfeldes (Umwelt), der Gesundheit und der Sicherheit (Arbeitsschutz).
Evakuierungsübung – Das sich unregelmäßig wiederholende Abschreiten eines festgelegten Bereichs anhand vordefinierter Routen durch das dort zuständige Personal. Die Übungen werden anhand von im Rahmen der Notfallvorsorge erstellter Pläne ausgeführt und beinhalten die koordinierte Übung aktueller Verhaltensweisen, Abläufe und Verfahren zur kontrollierten Verbringung des Personals aus potenziellen und/oder tatsächlichen Gefahrenbereichen. Wird im Idealfall unter dem angenommenen Notfall ähnlichen Bedingungen ausgeführt (Alarm, Zeitdruck, Sichtbehinderung (durch z.B. künstlichen Rauch)).
Externe Notfallorganisationen – Brandbekämpfung (Feuerwehren), medizinische Notfallversorgung (Rettungsdienste), technische Hilfeleistung (THW, ggf. Bundeswehr), Gefahrenabwehr von Bedrohungslagen mit kriminellem Charakter (Polizei), Katastrophenschutz (in Katastrophenfällen) – werden aktiv bei Bedarfsmeldung unter Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen (insbesondere „interner“ Notstandsgesetze) und bei Benötigung für den Umgang mit gefährlichen Stoffen & Materialien, notwendiger Organisation des durch den Zivilschutz organisierten Notfallmanagements oder sonstiger Notwendigkeit externer Hilfeleistungen (z.B. medizinische oder technische Erfordernisse).
Ernstfall – Eine unvorhergesehen, plötzlich eingetretene Situation, die das Umsetzen besonderer Hilfs-Maßnahmen erfordert, die sich außerhalb des planmäßigen Geschäftsbetriebs befinden und -zumindest temporär und lokal- besondere Rechtsrahmen (und auch Befugnisse) schafft. Kann durch interne Kräfte kompensiert werden. Zieht i.d.R. HSE-Korrekturmaßnahmen nach sich.
Erheblicher Beinaheunfall – Ein Beinaheunfall, der ein bedeutendes Ereignis zur Folge hätte haben können.
Erhebliches Ereignis – Vorfälle in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, und sonstige Ereignisse, die im Rahmen von Eskalationsverfahren definiert werden und eine unverzügliche Meldung gegenüber des zuständigen Managements erfordern.
Erkrankung – Nicht-traumatische, physiologische Schäden oder Arbeitsunfähigkeit durch eine systemische Infektion, ständige oder wiederholt auftretende Überbelastung oder übermäßige Beanspruchung, Giftstoffbelastung bzw. ständige oder wiederholt auftretende Exposition arbeitsbedingter Umstände.
Erste Hilfe – Einmalige medizinische Versorgung von kleineren Kratzern, Schnittverletzungen, Verbrennungen oder ähnlichen Verletzungen, die in der Regel keine professionelle, medizinische Behandlung oder Nachfolgeuntersuchung zur Beobachtung des Krankheitsverlaufs erfordern. Diese einmaligen Behandlungen und Nachfolgeuntersuchungen werden als Erste-Hilfe-Maßnahme betrachtet, selbst wenn diese von einem Arzt durchgeführt wird. Einschreiben in das Verbandbuch ist verpflichtend.
EHS-Ersteinweisung – Ein Überblick über die EHS-Anforderungen des Standortes für das gesamte Personal aller neuen Auftragnehmer vor Zugang zum Produktionsstandort. Nach der Ersteinweisung erfolgt Wiederholung spätestens nach 1 Jahr für alle Auftragnehmer. Ist für eigene Mitarbeiter und fremde Unternehmen rechtlich bindend vorgeschrieben („Fremdfirmenmanagement“).
Ersatz – (Substitution) Die Implementierung von weniger gefährlichen Abläufen oder die Verwendung weniger gefährlicher Materialien anstelle der ermittelten Gefahrenquelle.
Einfaches Gemisch – Ein Chemikaliengemisch, individuell vorliegend bei > 1 % (> 0,1 % bei Karzinogenen), das nicht chemisch reagiert und höchstens drei chemische Klassen umfasst. Beispiel: Vier organische Lösungsmittel (eine chemische Klasse) + Wasser (eine chemische Klasse) ist ein einfaches Gemisch.
Entsorgung – Der Verfahrensprozeß des Abfallmanagements (z. B. Behandlung, Recycling, Wiederverwendung), endet mit der Abgabe/Übernahme durch den Entsorger.                                                                                                                                                                                                                                                          Einschränkungen oder Arbeitseinschränkungen – Eine schriftliche und/oder mündliche Anweisung, die es einem Mitarbeiter verbietet, eine Pflicht zu erfüllen, die originär zu seinem Tätigkeitsfeld zu rechnen ist. Dauerhaft kann das eine ärztlich definierte Belastungsgrenze sein, temporär eine Verantwortungsreduktion bei z.B. Medikamenteneinnahme.

FASi – veraltet; siehe Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Fremdfirmenmanagement – Ein (verpflichtendes) Managementsystem, dass dem Unternehmer erlaubt, beauftragte Fremdfirmen gezielt in spezifische Gefährdungen zu unterweisen sowie deren Aufenthalt und besonderen Arbeiten überwachen zu können. Beginnt mit Erstauskunft der Fremdfirma über Qualifizierungsnachweise, Gefährdungsbeurteilungen und endet mit dem primären Ziel der Unterweisung. Wichtiges Tool zur Haftungsreduzierung von Werkführungskreisen bei Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen.
Fachkraft für Arbeitssicherheit – eine im Bereich der Rechtslage des Arbeitsschutzes besonders qualifizierte Fachkraft mit i.d.R. technischem Hintergrund. Muss schriftlich von jedem Unternehmen bestellt werden. Arbeitet zur Vermeidung von Interessenkonflikten grundsätzlich weisungsfrei und beratend. Der überwiegende Teil ist freiberuflich tätig. Veraltete Bezeichnung: FASi. Aktuelle Benennung nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG): SiFA.
Folge (z.B. Folgeschäden) – Ergebnis oder Auswirkung eines in kausalem Zusammenhang stehenden, vorauseilenden Ereignisses, positiv oder negativ, qualitativ oder quantitativ ausgedrückt.
Funktionale Übungen – Im Rahmen dieser Übungen werden praxisnahe Notsituationen so realistisch wie möglich simuliert und die Wirksamkeit bestimmter Funktionsbereiche wie die Rettungskette an sich, Notfallversorgung, Notfallmeldungen, Warnungen sowie Kommunikationsverfahren im Rahmen der Meldekaskade sowie die eingesetzte Ausrüstung auf den Prüfstand gestellt. Einzelnen Fachbereiche werden nicht zwingend gleichzeitig geprüft. Teilnehmer an den Übungen sind das Notfallpersonal („Notfallteams“) des Unternehmens, Mitarbeiter, das Management und die entsprechenden Organisationen der Gemeinden. Das Personal wird angehalten, die Systeme zu bewerten und Problembereiche zu ermitteln. Abschließend findet eine Evaluierung der Übungen in Form eines Gap-Assessments durch das Management zur zeitnahen Ableitung möglicher Verbesserungen statt.
Freisetzung – Ein Umweltvorfall durch das unvorhergesehene, resp. nicht beabsichtigte Frei werden von Stoffen, resp. Gefahrenstoffen in nicht dafür vorgesehenen Arealen und/oder Mengen (z.B. Leckage).
Freier Auftragnehmer – Auftragnehmer, die ihre Arbeiten unter unmittelbarer Zuständigkeit eines Mitarbeiters des Unternehmens erbringen, wie vorübergehend Beschäftigte, Berater und fachbezogene Dienstleister, ggf. auch Zeitarbeiter.

Gefährdungsbeurteilung – Wichtigstes Tool zur Bestimmung essentieller Arbeits- und Gesundheitsschutz-Maßnahmen, Ableitungen von Betriebsanweisungen sowie Schutzausrüstung und Verhaltensabläufen der Mitarbeiter. Muss für jeden Arbeitsplatz individuell erfolgen (mit Ausnahme von deckungsgleichen Arbeitsplätzen) und erfüllt die Gesetzesvorgabe der Unternehmer, den Arbeitsplatz hinsichtlich seiner Gefährdung zu beurteilen. Im Kern werden die Schwere einer möglichen Erkrankung, bzw. Verletzung mit der Häufigkeit abgeglichen und beurteilt.
Gefährliche Chemikalien – Elemente, Komponenten oder Komponentengemische mit intrinsischer Fähigkeit zur Verursachung von gesundheitlichen oder physischen Schäden. Ein Gemisch wird als gefährlich angesehen, wenn eine seiner Einzelkomponenten gefährlich ist und in einer Konzentration von über 1 % (> 0,1 % bei karzinogenen, mutagenen oder reproduktiven Toxinen („CMR“-Stoffen)) vorliegt.
Gesundheitsdienstleister – Ausgebildetes medizinisches Personal, das arbeitsbedingte Verletzungen oder Krankheiten beurteilen und/oder behandeln kann – am Standort der Betriebsarzt, medizinisch qualifizierte Akuthelfer, ggf. auch Ersthelfer. Außerhalb des Unternehmens der Durchgangsarzt und im weiteren Verlauf fortbehandelnde Ärzte und Therapeuten.
Gefährlicher Abfall/Sonderabfall – Abfall, der einen besonderen von einer nationalen, staatlichen/regionalen Regulierungsbehörde für gefährlichen oder chemischen Abfall usw.) definierten Umgang erfordert. Dies beinhaltet z.B. Mineralölerzeugnisse, pharmazeutische Wirkstoffe, pharmazeutische Zwischenprodukte, medizinische/biologische/infektiöse Stoffe oder alle anderen Stoffe oder Komponenten, die laut Unternehmensbeurteilung gefährlich für die Gesundheit des Menschen und/oder die Umwelt sein könnten. Falls möglich, erfolgt die Beurteilung der Gefahr unter Konsultation des Entsorgungsunternehmens.
Gefahrstoffe – Chemikalien, die bei unsachgemäßer Lagerung, Handhabung, Entsorgung, unsachgemäßem Transport o. ä. eine Gesundheitsgefahr oder ein erhebliches Umweltrisiko darstellen können.
Gefährdungsniveau – Bezugswerte, die Aufschluss über die Bedeutung eines bewerteten Risikos geben. Häufig im Abgleich mit Fachbereichs- oder Branchen-bezogenen Werten definiert, ggf. auch nach anderen Kriterien (Regionalität, Unternehmenskennzahlen etc.)
Generalauftragnehmer
Gelegentliche Generalauftragnehmer: für Leistungen wie Lieferung, Catering an externen Standorten, Kurierdienste, Trinkwasser-Automaten, die üblicherweise von verschiedenen Personen derselben Auftragnehmeragentur bereitgestellt werden.                                                                                                                      Dauerhafte Generalauftragnehmer: häufig beauftragte Auftragnehmer, wie für Instandhaltung, Landschaftsbau, Wäsche, Kantine, Büroausstattung, Bürodienstleistungen, Laborinstrumente, Abfallsammlung und -beseitigung, Sicherheits- und Zustelldienste, Handwerkdienste, Baugewerke.
Gefahrenbewertung – Prozess zur Bestimmung des aus Gefahren resultierenden Gefährdungspotentials zur weiterführenden Bestimmung gefährdungsreduzierender Maßnahmen.
Grundlagenforschung – Forschungsarbeiten, die vor der Zulassung einer Komponente als präklinischer Arzneimittelkandidat (PCC) durchgeführt werden, falls ein Gesundheitsschutzplan oder ein gleichwertiges Dokument für den Umgang mit Chemikalien vorhanden ist und den behördlichen Vorgaben entspricht. In den USA zählen dazu Forschungslabore, in denen der OSHA-Laborstandard gilt.
Gesundheitsschutzplan (Chemikalien) – Ein schriftliches Programm für den Umgang mit Chemikalien, das erforderliche Verfahren, Geräte, persönliche Schutzausrüstung und Arbeitspraktiken in einer Forschungsumgebung bereitstellt, dies gilt für Arbeitsabläufe, die unter anderem die Herstellung, Büroarbeiten oder Vermarktung umfassen und in denen die Mitarbeiter vor Gesundheitsschäden oder physischen Schäden durch im Labor verwendete gefährliche Chemikalien gemäß behördlicher Vorgaben geschützt sind.
Gesundheitsgefahr (Chemikalienbezogen) – Potenzielle, durch Chemikalienexposition bei Mitarbeitern akut oder chronisch ausgelöste Gesundheitsauswirkungen. Der Begriff „Gesundheitsgefahr“ beinhaltet Chemikalien, bei denen es sich um karzinogene, giftige oder hochgiftige Wirkstoffe, reproduktive Toxine, Reizstoffe, korrosive Stoffe, sensibilisierende Stoffe, Nephrotoxine (Nierengifte), Neurotoxine, Wirkstoffe mit Wirkung auf das hämatopoetische (blutbildende System) und Wirkstoffe handelt, die Lungen, Haut, Augen oder Schleimhäute schädigen.
Gemisch – Eine Kombination aus mindestens zwei Substanzen, die miteinander nicht chemisch reagieren.

Housekeeping – Aufräum- und Reinigungsmaßnahmen im Handwerk – und Baugewerkebereich. Sollte täglich mindestens zum Arbeitsende hin ausgeführt werden, um klassische Stolper-, Sturz- und Rutschgefahren (auch durch übermäßigen Schmutz verdeckte Gefahren) für den nächsten Tag zu beseitigen.
Hierarchie der Schutzmaßnahmen – Die eingesetzte Vorgehensweise zur Auswahl und Anwendung der Schutzmaßnahmen in der folgenden Reihenfolge: Beseitigung & Substitution, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen und personenbezogene Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Verletzungen oder Schäden des Personals bzw. Sachschäden und Beeinträchtigungen der Umwelt. Entspricht den offiziellen (S-)T-O-P-Maßnahmen nachgültigen Arbeitsschutz-Richtlinien des Arbeitsschutzes.

Instandhaltung – Erforderliche Reinigung, Inspektion und Reparatur der PSA gemäß Herstellervorgaben, um die ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit der PSA entsprechend der Vorgaben zu gewährleisten. Die Häufigkeit der Instandhaltung muss mit dem Nutzungsgrad und der Risikostufe abgestimmt sein. Die Instandhaltung schließt auch Aufgaben ein, die außerhalb des Normalbetriebs durchgeführt werden und erforderlich sind, um die Anlagen und/oder die Ausrüstung betriebsfähig zu halten                                                                                                                                                                                                               Inkompatible Chemikalien – Stoffe, die bei Lagerung oder Verwendung in unmittelbarer Nähe zueinander zu gefährlichen Situationen aufgrund von unerwünschten chemischen Reaktionen führen können. Für deren Lagerung gilt es, die Inkompatibilitäten gemäß offizieller Vorgabe zu beachten.
Isolierte Zwischenprodukte – Bezeichnung für Zwischenmaterialien, die physisch vom Herstellungsprozess entfernt werden, mit der Absicht, das Material in einem anschließenden Herstellungsschritt oder bei einem standortinternen oder -übergreifenden Transfer dem System wieder zuzuführen.

Krise – Eine durch ein schwerwiegendes, unvorhersehbares Ereignis hervorgerufene Ausnahme-Situation, die einer Organisation sowie ihren Mitarbeitern, Produkten, Dienstleistungen, ihrer Finanzlage und ihrem Ruf erheblich schaden kann.
Krisenmanagement – Koordinierungsinstanz auf Unternehmensebene zur zeitnahen Koordination wirkungsvoll regulierender Kompensationsmechanismen von Krisensituationen, die das Ziel verfolgt, mit ihrem Wirken negative Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die Einrichtungen, die Rentabilität, den Ruf oder die Betriebsfähigkeit des Unternehmens zu verhindern oder weitestgehend zu minimieren.
Krisenmanagementplan (Crisis Management Plan; CMP) – Das Krisenmanagementkonzept kann global oder lokal etabliert sein, um für alle Unternehmensebenen sowie geschäfts-, funktionsbereichs- und standortübergreifend zu gelten. Darüber hinaus werden in dem Managementplan strategische, übergeordnete Konzepte angeführt, die in den Plänen zum Vorfallmanagement, der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und der Wiederherstellung des Standorts nach einem Notfall berücksichtigt werden sollten.
Kontrollen oder Vorbeugemaßnahmen – Prozesse, Richtlinien, Vorrichtungen, Vorgehensweisen oder Maßnahme, resp. deren beliebige Kombination zur Reduktion von Risiken.
Kontrolle – Eine Überwachungsfunktion zur Ermittlung und Meldung vorhandener oder potentieller Gefahren am Arbeitsplatz. Zweck von Kontrollen ist die Ermittlung potentieller Ursachen und Auslöser von Unfällen und die damit verbundene Möglichkeit, bereits vor einem Unfall geeignete Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.
Komplexes Gemisch – Ein Chemikaliengemisch, individuell vorliegend bei > 1 % (> 0,1 % bei Karzinogenen), das nicht chemisch reagiert und mindestens vier chemische Klassen umfasst. Beispiel: Ethylacetat (eine chemische Klasse) + DCHA (eine chemische Klasse) + aktiver pharmazeutischer Wirkstoff (eine chemische Klasse) + schwache Säure (eine chemische Klasse) ist ein komplexes Gemisch.
Kontroll-, Vorbeuge- /Schutzmaßnahmen – Ein Prozess, eine Richtlinie, eine Vorrichtung, eine Vorgehensweise und/oder eine Maßnahme zur Reduzierung (bestenfalls Vermeidung) eines Risikos und/oder Sicherstellung der Umsetzung erlassener Maßnahmen & Verhaltensweisen.

LMRA – (Last Minute Risk Analysis): Eine letzter Maßnahme-Check vor Aufnahme der jeweiligen Arbeit. Etabliertes Instrument zum täglichen Bewusstwerden der Arbeitskräfte, welche Gefahrenpotentiale auf sie warten. Schließt auch Variable bei gleichbleibender Tätigkeit ein (Wetter, benachbarte Gewerke, individuelleres Umfeld (Materialien etc.)). Wird nach der Toolbox ausgeführt und dokumentiert. Dient zudem im Haftungsfall dem Nachweis, alle gemäß HSE möglichen Maßnahmen ausgeführt zu haben.
Liste zugelassener Chemikalien – Eine dokumentierte Liste zugelassener Chemikalien, die am Standort gelagert und verwendet werden können.
Landschaftsbauabfälle: Natürliches Material, das mit Routinetätigkeiten im Landschaftsbau in Verbindung gebracht wird; darunter Äste, Blätter, Rasenschnitt, Bäume und Sträucher. Diese sollten von entsprechenden Fachfirmen (auch aufgrund möglicher Toxizität) in Eigenverantwortung entsorgt werden.
Lizenz/Zertifikat – Ein Dokument, das die offizielle, behördliche oder gesetzliche Genehmigung zum Betreiben einer Anlage, eines Prozesses oder eines Ausrüstungsgegenstandes bestätigt oder aber die Beauftragung eines diese Parameter erfüllenden Unternehmens bestätigt oder aber das Bestehen der Qualifizierung zur Bewältigung vorgenannter Aspekte mit Erfüllung der jeweils bestehenden Qualifizierungsansprüche.
Lebensrettende Maßnahme – Die unmittelbar an die Entstehung einer (i.d.R. medizinischen) Hilfebedürftigkeit ausgeführte Notfallversorgung vor Ort (z. B. Erste Hilfe, Wiederbelebung inkl. Nutzung eines automatischen, externen Defibrillators (AED), medizinische Intervention etc.). I.d.R. wird die lebensrettende Maßnahme bis zum Eintreffen angeforderter Hilfskräfte (z.B. notfallmedizinische Fachkräfte) durchgeführt.
Liste genehmigter Auftragnehmer – Eine Liste von Auftragnehmerfirmen oder einzelnen Auftragnehmern, deren Arbeitstätigkeit am Standort genehmigt und durch bereits erfolgte Kooperationen belegt ist.
Lagerbehälter – Ein Behälter, der zum Transport verwendet werden kann oder dazu, ein Material für einen Zeitraum zu beinhalten. Siehe auch Sammelbehälter oder Behälter.

Mitwirkungspflicht – Jeder Mitarbeiter hat die Pflicht zur Mitwirkung, in dem er Weisungen grundsätzlich Folge leistet.
Medizinische Notfallversorgung – Die nach dem Eintreten medizinischer Hilfebedürftigkeit bis zur Einlieferung der Person in eine medizinische Einrichtung geleistete, medizinische Versorgung. Sie wird unterteilt in qualifizierte Erste Hilfe und qualifizierte Notfallmedizinische Versorgung.
Medizinische Notfallkraft – speziell qualifiziertes Rettungsfachpersonal (in D: Rettungssanitäter, Rettungsassistenten & Notfallsanitäter) zur Sicherstellung der präklinischen, medizinischen Versorgung notfallmedizinisch hilfebedürftiger Personen.
Medizinische Behandlung – Eine Behandlung, die nicht als Erste-Hilfe-Maßnahme gilt und von einem Arzt oder professionellem, medizinisch zugelassenem Personal durchgeführt wird (Rettungsfachpersonal, Therapeuten etc.).

Notfallmanagement – Unmittelbare Einleitung und Koordination wirkungsvoller Gegenmaßnahmen als kompensatorische Reaktion auf einen Vorfall auf Standort- und/oder funktioneller Ebene mit dem Ziel, die Sicherheit & Versorgung der am Standort tätigen Personen, der Umgebung -auch der Gemeinde- und des Unternehmens -soweit möglich- zu gewährleisten und Schaden -auch rufschädigenden Charakters- von diesem fernzuhalten und/oder dessen Betriebsfähigkeit weitestgehend zu erhalten. Bezieht sich im weitesten Sinn auf einen Akutzustand, der noch keine kompensatorische Struktur aufweist und geht über in den Krisenmanagementplan, der den Betriebskontinuitätsplan nach sich zieht.
Notfallvorsorge – Vorsorgemaßnahmen, die darauf abzielen, die Auswirkungen von Gefährdungen bereits vor dem Eintritt eines Notfalls durch Ergreifen planerischer Maßnahmen zu reduzieren, in dem vorab bestimmt definierte Maßnahmen im Fall eines Schadenseintritts umgehend umgesetzt werden können. Hierfür stehen sämtliche Gestaltungsmöglichkeiten (wie Pläne, Prozessabläufe etc.) oder auch Maßnahmen (wie Übungen, Trainings etc.) zur Verfügung. Die Notfallvorsorge dient dazu, durch Vereinfachung von vordefinierten Prozessabläufen, das Notfallmanagement effizienter zu gestalten und Gesundheit zu schützen sowie Wiederherstellungsmaßnahmen zu vereinfachen.
Notfallmaßnahmen – Unmittelbar im Anschluß an den Eintritt eines Schadensereignis umgesetzte Tätigkeiten, die von Einzelnen, Teams oder Gruppen ergriffen werden und am Anfang der Prozesse und Verfahren stehen, mit denen die Auswirkungen auf den Betrieb des Standorts oder einer Geschäftseinheit minimiert werden sollen. Zu den Notfallmaßnahmen zählen Meldeabläufe entsprechend der Meldekaskaden und Benachrichtigungsverfahren gemäß vorhandener Alarmierungspläne, die Aktivierung von Gruppen/Teams, erste Lagebeurteilungen und das Ergreifen erster Maßnahmen, um Gefahren für Leben und Sicherheit sowie für das Gebäude abzuschwächen. Notfallmaßnahmen unterliegen der Verantwortung der lokalen Standorte, da sie grundsätzlich über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, diese effektiv umzusetzen.
Notfallteam (Emergency Team) – Ein Team des Unternehmens vor Ort, bestehend aus benannten Spezialisten, die in Aktion treten, um unverzügliche Maßnahmen (Notfallmaßnahmen, Einleitung des Krisenmanagements) am Standort zu ergreifen. Die Teams werden i.d.R. in die Bereiche Medizin, Technik und Brand & Evakuierung unterteilt. Die Teammitglieder sind entsprechend erweitert geschult.
National Fire Protection Association (NFPA) – Größte, international ausgerichtete Non-Profit-Organisation für Brandschutz und Schutz von Leben; gibt die Konsensstandards für Brandschutz, Schutz von Leben und die Feuerwehren mit verbindlicher Gültigkeit in den USA heraus. Als deutsches Pendant kann die vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes) betrachtet werden (ohne Publikation verbindlich einzuhaltender Richtlinien, da Brandschutz in Deutschland Ländersache ist). Vielfach hebeln sich gegenseitig beeinflussende, dt. Gesetze und die Vorgaben der NFPA gegenseitig aus, so dass deren Gültigkeit in Deutschland als latent vorhanden aber nachrangig zu werten ist.
Notfalldiskussion – Zusammenkunft der Mitglieder des Vorfallmanagement-Teams (IMT) -insbesondere planerisch- mit dem Ziel der Koordination von Zuständig- und Verantwortlichkeiten sowie dem Erfassen von Abläufen anhand von Beispielszenarien unter Notfallbedingungen (begrenzte Zeit-, Platz-, Handlungs- und Materialressourcen bei exponentiell wachsender Gefährdung von Mensch, Tier & Unternehmen). Dabei handelt es sich um eine kostengünstige und effiziente Methode, um vor der Durchführung anspruchsvollerer Schulungstätigkeiten Überschneidungen und Unsicherheiten (insbesondere an Schnittstellen) auszumachen. Auf die Notfalldiskussion folgende und in der Übungspraxis umgesetzte Planungen unterliegen grundsätzlich einer abschließenden Evaluation durch Management & Personal, um erfasste Bestands-Defizite der Abläufe zeitnah korrigieren zu können.
Notfall – Siehe Ernstfall, jedoch in Zeitrahmen, Kompensationsdruck und Ausdehnung umfangreicher, mit gravierenderen Folgen und grundsätzlich nur unter der Zuhilfenahme externer Hilfskräfte kompensierbar.

Organisationskomitee Notfallmanagement (OKON) – Ein Team des Unternehmens vor Ort bestehend aus dem organisatorisch weisungsbefugten und verantwortlichen Notfallkoordinatoren (Notfallmanager), den ihm beigestellten Bereichs-/Sektionsmanagern als weitere Schnittstelle von Notfalleinsatzkräften, Personal der Evakuierungsteams, des Brandschutzes und Rettungskräften sowie ggf. des Wiederherstellungskoordinators.
Organisationssystem für Vorfälle (Incident Command System; ICS) – Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Vorfallmanagementkonzept, das für alle Gefahrenbereiche vor Ort gilt. Mithilfe des Systems kann der evaluierende (HSE-) Bereich eine integrierte Organisationsstruktur übernehmen/etablieren, um die Verflechtungen und Anforderungen einzelner oder mehrerer Vorfälle zu vergleichen, ohne durch Zuständigkeitsgrenzen daran gehindert zu werden. Das ICS gewährleistet anhand von bewährten Management-Praktiken die Sicherheit der Notfallkräfte und anderer, die Erreichung taktischer Ziele und den effizienten Einsatz von Ressourcen.

Personalbegutachtung / Befähigung – Bezüglich aller Arbeitsschutzthematik sind sich im Interessenkonflikt befindliche Mitarbeiter regelmäßig aus HSE-Sicht nicht zur Ausübung ihrer Tätigkeiten geeignet. Die DGUV räumt hier ausdrücklich die Möglichkeit des Unternehmers ein, resp. gibt sie entsprechend vor, diese Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Eignung und unterstützend durch die SiFA und den Betriebsarzt beurteilen zu lassen.
PSA / PSAgA – Akronym für Persönliche Schutzausrüstung (z.B. Schutzbrillen, Schutzhandschuhe und -Schuhe, Helm, Kleidung etc.) und PSA gegen Absturz (Rettungsgurte, Anschlagmaterialien, Lifelines etc.).
Planung der Betriebskontinuität (Business Continuity Planning; BCP) – Der Prozess zum Aufstellen von Vorausplanungen und entsprechenden Verfahren, die es einer Organisation ermöglichen, auf einen Notfall in einer Art und Weise zu reagieren, dass wichtige Geschäftsfunktionen im Rahmen des geplanten Unterbrechungsumfangs oder dem geschätzten Aufwand zur Bewirkung wesentlicher Veränderungen fortgeführt werden.
Potenziell betroffene Mitarbeiter – Ein Mitarbeiter, der von den Informationen profitieren könnte, die im Rahmen eines Berichts über einen Vorfall oder einen Beinaheunfall oder einer ermittelten Korrekturmaßnahme bereitgestellt wurden.
Projektvorbesprechung – Von dem Ansprechpartner mit dem Auftragnehmer und Subunternehmern, Vertretern von Betriebsstandorten, und, falls erforderlich, der HSE-Abteilung des Standortes, zur Erläuterung projektspezifischer HSE-Anforderungen durchzuführende Besprechung vor deren projektgebundener Tätigkeitsaufnahme.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – Bekleidungs- und/oder Ausrüstungsgegenstände, die eine Person zum Schutz vor durch Aktivität oder im (Arbeits-)Prozess tatsächlich oder möglich entstehende Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken trägt. Umfang, Spezifikation und Anwendung werden über Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen und Gefährdungsbeurteilungen festgestellt wird. Die Ausrüstung ist nach Verfahrensanweisung regelmäßig zu prüfen. Gültige Vorschrift ist die PSA-Verordnung.
Physikalische Gefahr (Chemikalienbezogen) – bestehen bei folgenden Chemikalien: brennbaren Flüssigkeiten, Druckgase, explosiven Stoffen, organischen Peroxiden, oxidierenden Stoffen, selbstentzündlichen Stoffen, instabilen oder reaktiven sowie bei auf Wasser reagierenden Stoffen.
Prozessgefahrenanalyse (PHA) – Eine systematische, in Verbindung mit einem Prozess stehende, Bewertung potentieller Gefahren, die herangezogen wird, um eine Entscheidung zur Verbesserung der Sicherheit zu treffen und die Auswirkungen -z.B.- unbeabsichtigter oder ungeplanter Freisetzungen gefährlicher Chemikalien zu reduzieren. Eine PHA zielt darauf ab, potentielle Ursachen und Auswirkungen von Bränden, Explosionen, Freisetzungen giftiger oder entzündlicher Chemikalien und schwere Unfälle mit gefährlichen Chemikalien zu analysieren. Dabei stehen Ausrüstungsgegenstände, Instrumente, Verbrauchsmaterialien, Handlungen von Menschen und externe Faktoren auf dem Prüfstand, die Einfluss auf den Prozess nehmen könnten.

Qualifizierungsformular – Ein jedem potentiellen Auftragnehmer vor der Angebotsabgabe zuzusendendes Formular, um sicherheitsrelevante Informationen zu sammeln (z. B. die letzten Leistungsdaten zur Sicherheit, Verpflichtung des Managements bezüglich Sicherheit und schriftlichem Sicherheitsprogramm).
HSE-Unterstützung häufig und positioniert am frühen Morgen und/oder bei Bedarf.

Rettung – Tätigkeiten, die darauf abzielen, gefährdete und/oder hilfebedürftige Personen in einer Notlage ausfindig zu machen und diese aus der Gefahrenzone zu verbringen. Häufig schließt die Rettung die Versorgung von Verletzungen oder Behebung med. Missstände sowie die Einleitung, resp. Durchführung eines erforderlichen Transports in eine entsprechende Gesundheitseinrichtung mit ein. Eine Rettung endet mit dem unmittelbar mit dem Entstehungs-verantwortenden Ereignis in Verbindung stehenden Eintritt des Todes der zu rettenden Person oder aber dem Abschluss präklinischer Maßnahmen. Nach Eintritt des Todes wird von „Bergung“ einer Person gesprochen, bei der Rettung unter extremen Zeitdruck (z.B. durch Einsturz, Feuer etc.) aus einer Gefahrenzone ohne Rücksicht auf Versorgung und/oder die Zustandsverschlechterung des Patienten spricht man von Crash-Rettung.
Risikobewertung – Prozess-Zyklus, bestehend aus der Gefahrenermittlung-, Risiko- und Gefährdungsanalyse sowie Risikovorbeugeprozess.
Routinemäßige Arbeitsaufgaben – Arbeitstätigkeiten, die der Mitarbeiter mindestens einmal pro Woche verrichtet. Je nach Unternehmen geringfügig abweichende Definitionen möglich.
Risikoreiche Arbeiten – Jede Tätigkeit, die ein erhöhtes Risiko für eine ernsthafte oder tödliche Verletzung oder einen wesentlichen Verlust bezüglich Umwelt oder Eigentum darstellt und durch Betrieb, Wartung, Einrichtung, Tests und Demontage von prozess-, versorgungs-, wartungs- und anlagebezogener/anlagebezogenen Ausrüstung oder Maschinen darstellt (z.B. Arbeiten in Höhe, engen Räumen, mit offener Flamme, unter Spannung oder offenen Maschinen). Für diese Hochrisiko-Arbeiten bedarf es neben der schriftlichen Arbeitserlaubnis durch den Auftraggeber auch einer zusätzlichen Qualifikation der durchführenden Kräfte, die über das gewohnt erlernte Gewerk hinaus geht.
Restrisiko – Grundsätzliches Ziel von Arbeitsschutzmaßnahmen; das verbleibende Risiko nach der Umsetzung der Risikoschutzmaßnahmen. Durch Rechtsprechung erst dann erreicht, wenn nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik die maximal anwendbaren Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Risikoanalyse – Ein systematischer Prozess, der dazu dient, die Art des Risikos zu identifizieren und das resultierende Gefährdungsniveau zu senken. Bildet die Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung und definiert im Wesentlichen die Schwere eines möglichen Zwischenfalls und dessen Häufigkeit.
Risikovorbeugemaßnahme – HSE-Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung der Hierarchie von Schutzmaßnahmen.
Risikobewertung – Der gesamte Gefahrenermittlungs-, Risikoanalyse-, -Bewertungs- und Vorbeugeprozess. Der Prozess fußt auf der Risikoermittlung und beurteilt dieses anhand gegebener, individueller Parameter der Örtlichkeit und Mitarbeiterschaft.
Risikoeinstufung – Prozess zum Abgleich des Gefährdungsniveaus mit vordefinierten Standards, den angestrebten Gefährdungsniveaus und anderen, individuellen Kriterien.
Risikoermittlung – Prozess zur Festlegung, wo, wann, warum, und wie etwas (was) passieren könnte.
Risikoreduzierung – Ziel, mit ergriffenen Maßnahmen, die dazu dienen, die Wahrscheinlichkeit eines Geschehens (Zwischenfall), dessen negative Auswirkungen bzw. beides zu senken.
Risiko, unbehandeltes – Das vor Ergreifen einer Risikovorbeugemaßnahme festgestellte Gefährdungsniveau bzw. Fälle, in denen keine Risikovorbeugemaßnahmen eingesetzt wurden („Nativ-Risiko“).
Räumung – Die schnellstmögliche Verbringung/Flucht sich im Unternehmen befindlicher Personen zur unmittelbaren Sicherung von Gesundheit und Leben. Findet meist in dem direkt betroffenen Bereich (Explosion, Gasaustritt, Feuer o.Ä.) statt, erfolgt durch die Betroffenen häufig ungeordnet und intuitiv ohne Ordnung und auch auf unkonventionellen, nicht ausgeschilderten Fluchtwegen.
Rohrleitungen – Hohlraum-Fördereinrichtungen, die zum Transfer von festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen eingesetzt werden – i.d.R. durch Gefälle und/oder Druckaufbau innerhalb des Systems (negativ/positiv).

Sprinkleranlage – Ein baulich vorhandenes Brandschutzsystem, das bei Ausbruch von Feuer und/oder Entstehung von Rauch die automatische Berieselung des jeweiligen Gefahrenbereichs mittels Löschmedien auslöst. I.d.R. deckenseitig installiertes, an die Wasserversorgung angeschlossenes Rohrleitungssystem mit Sprinkler-Ventilen in definierten, kurzen Abständen.
Stakeholder – Jede unternehmenszugehörige Person oder Gruppe, die eine Entscheidung, Tätigkeit oder ein Risiko innerhalb des Unternehmens beeinflusst oder davon beeinflusst wird.
Selbstüberwachung – Routinemäßige HSE-Überprüfungen des Arbeitsplatzes durch den für die Arbeiten hauptzuständigen Mitarbeiter, der ein eigener Mitarbeiter sein kann aber nicht muss. Die Überprüfungen beinhalten sowohl Programmbereiche als auch Kontrollen.
SGU – (Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutz): umreißt eine Vielzahl an Verfahren aus dem SCC-Regelwerk und definiert weit verbreitet Verhaltens- und Maßnahme-Vorgaben im Verhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.
SCC – (Safety Certificate Contractors): Regelwerk für HSE-Verfahren und – Bestimmungen der Wirtschaft (Schwerpunkt Handwerk, Baugewerke, Industrie) mit Ausrichtung der operativen Anwendung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Kann personen- und unternehmensgebunden bestehen und wird in Mitarbeiter und Führungskräften unterschieden.
Schaden – Ergebnis schädlicher Auswirkungen die menschliche Gesundheit in Form von Verletzungen oder Erkrankungen, auf die Umwelt oder auf das Unternehmen in jeglicher Form.
Sicherheitsdatenblatt (SDS) – Ein schriftliches Dokument eines Substanzherstellers, das umfassende Informationen über die Zusammensetzung von Stoffen und/oder deren Mischungen bereitstellt. Ein SDS ist eine Informationsquelle zu physischen, Gesundheits- und Umweltgefahren sowie zu Empfehlungen für sichere Handhabung und Entsorgung. Auch als Materialsicherheitsdatenblätter (MSDS) bezeichnet.
Sammelbehälter – Ein Behälter, der über einen längeren Zeitraum mit Abfall aufgefüllt wird. Beispiele sind Abfalltonnen, Sicherheitsbehälter, IBC, Mulden in unterschiedlichen Größen, Umleerbehälter.
SiFA – Siehe Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Sicherheitsfachkraft – Objektschutzpersonal, qualifiziert nach GewO (kein Arbeitsschutz)

Umweltvorfall – Eine Verschüttung oder Freisetzung von Stoffen und/oder Gefahrstoffen (kleinste Form: Leckage); die Nichteinhaltung der Bestimmungen von Genehmigungen oder Vorschriften; ein entsprechender Vorfall mit Auswirkungen am Standort oder potenziell externen Auswirkungen, tatsächlichen externen Auswirkungen und/oder bedeutenden Auswirkungen am Standort; die Verletzung einer einvernehmlichen Beilegung, eines Vollzugsverfahrens einer Umweltaufsichtsbehörde einschließlich Verbesserungsauflagen; ein umweltrelevanter Vorfall, der in öffentlichen Verfahren oder den Medien auftaucht und/oder ein Vorfall, der zu einer Ordnungsstrafe des Standortes führt.
UVV – Allgemeines Akronym für Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften. Sind i.d.R. benannt nach dem Dachverband – der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (z.B. die DGUV Vorschrift 1).
Übertragung der Leitungsbefugnis – Der Prozess zum Übertragen der Verantwortlichkeiten für die Vorfallleitung von einem Vorfallleiter an einen anderen. Die Übertragung der Leitungsbefugnis kann aus verschiedenen Gründen erfolgen:
• Eine zuständige Stelle oder Behörde ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Leitung zu übernehmen
• Ein Wechsel der Leitungsbefugnis ist aus Effektivitäts- oder Effizienzgründen erforderlich
• Zustandekommen sich in der Qualität verändernder Qualifikationen/Kompetenzen
• Grundsätzliche Gesetzeslage
• Änderungen an der Komplexität und/oder Kernausrichtung des Vorfalls
• Notwendigkeit, Personal bei Vorfällen längerer Dauer auszuwechseln
• Krankheit/eigene Betroffenheit oder sonstige Unpässlichkeiten eines aktiven Vorfallleiters
Es empfiehlt sich, den designierten Vorfalleiter durch den scheidenden fortlaufend zu unterstützen, indem er ihm fortwährend als Beirat verfügbar bleibt. Dies ist insbesondere erforderlich im Fall der gesetzlich geregelten Leitungsübernahme vom Standort-zugehörigen Vorfallleiter zum institutionellen Vorfallleiter einer externen Notfallorganisation.
Grundsätzlich sollte die Veränderung einer Leitungsbefugnis schriftlich mit Angabe von Datum & Zeit umgehend dokumentiert (und ggf. bestätigt) werden.
Die Dokumentation der Übertragung einer Leitungsbefugnis ist ein äußerst wichtiges Instrument im Haftungsfall, um Handlungen und Verantwortlichkeit rückwirkend zuordnen zu können.
Umgehende Meldung – Die unmittelbar nach dem Auftreten einer Verletzung ausgeführte Meldung des betroffenen Mitarbeiters an den Vorgesetzten. Bei chronischen Verletzungen oder Erkrankungen, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln, meldet der Mitarbeiter die Verletzung oder Erkrankung unmittelbar, nachdem sie erkannt wurde.
Ursache – Der Hauptgrund bzw. wesentliche Gründe für den Ausfall oder Störungen eines Prozesses, die ein erneutes Auftreten des Problems nach erfolgter Ermittlung und Beseitigung verhindern.
Ursachenfaktor – Ein Faktor, der allein oder in Verbindung mit anderen Faktoren zur unmittelbaren oder letztlichen Ursache bzw. dem Schweregrad einer Gefahr oder eines Mangels beiträgt.

VdS – Verband deutscher Sachversicherer. Regelt grundsätzlich die Versicherungsbestimmungen für Unternehmen – z.B. in Sachen Feuerschutz und Brandversicherung.
Versicherte – Nach Definition im Arbeitsschutz betrifft der Status alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die durch die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft versichert sind; Voll- und Teilzeit-Mitarbeiter, geringfügig Beschäftigte, ehrenamtlich Beschäftigte, auch Saison- oder befristete Kräfte
Vorfallleiter (Incident Commander; IC) – Ein Verantwortlicher für das gesamte Management einer Notfallmaßnahme/eines Vorfalls. Diese Person ist dafür zuständig, im (auch sich unausweichlich ankündigenden) Bedarfsfall Ressourcen zuzuweisen und/oder zu überwachen, um ein Ereignis aufgrund der ausdrücklichen rechtlichen, behördlichen oder an sie delegierten Befugnis zu managen. Jedem Notfall muss ein Vorfallleiter zugeordnet sein. Bei dem Vorfallleiter kann es sich je nach Unternehmenshierarchie, Situation oder Notfallorganisation um einen Mitarbeiter, eine Notfallorganisation der Gemeinde oder einen gemeinsamen Leiter handeln.
Vorfallmanagement-Team (Incident Management Team; IMT) – Ein Team des Standortes vor Ort, bestehend aus Managern und ernannten Stellvertretern, die in schweren Notsituationen zusammenkommen, die zuarbeitenden Außenkräfte (z.B. Außendienste) des Unternehmens mit Informationen versorgen oder Materialanforderungen koordinieren & abwickeln, mit den Notfallkoordinatoren auf Gemeindeebene zusammenarbeiten, die Rückkehr an den Arbeitsplatz planen sowie den Kontakt mit der Presse und den Gemeindevorstehern pflegen. Die Zusammensetzung und Struktur des IMT wird im Vorfeld festgelegt.
Verlust – Alle negativen Folgen oder unerwünschten Ereignisse in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Finanzen oder sonstiger Bereiche, die mit einer Reduktion des jeweiligen qualitativen und/oder quantitativen Zustands einhergehen.
Verschüttung – Ein Umweltvorfall durch das unvorhergesehene, resp. nicht beabsichtigte Verschütten von Stoffen, resp. Gefahrenstoffen in nicht dafür vorgesehenen Arealen und/oder Mengen.
Verletzung – Eine traumatische Wunde oder sonstige Einwirkung auf den Körper, die durch externe Einflüsse, darunter Über(be-)lastung oder übermäßige Beanspruchung, verursacht wurde. Die Verletzung gibt Aufschluss über die Uhrzeit und den Ort des Ereignisses sowie das betroffene Körperteil bzw. die entsprechende Körperfunktion und wird durch ein bestimmtes Ereignis oder einen Vorfall bzw. durch eine Abfolge, Ereignisse oder Vorfälle verursacht, die an einem Arbeitstag oder in einer Schicht eingetreten sind. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist (mindestens) erforderlich.
Vorfall – Ein(e) arbeitsbedingte(r) Verletzung/Erkrankung/Todesfall, ein erhebliches Ereignis, ein Umweltereignis, die Beschädigung von Geräten/Eigentum, eine Unterbrechung der Geschäftstätigkeit oder ein(e) Brand/Explosion.

Zuständiger Ansprechpartner – Eine vom Unternehmen dem Auftragnehmer für die Dauer des Projektes zugewiesene Kontaktperson („Betreuer“), die im beauftragten Projektbereich als fachkompetente Schnittstelle für sicherheitsorientierte Aspekte fungiert. Ist in Teilen HSE-relevanter Parameter entscheidungsbefugt. Ebenfalls zuständig für Kontrollen, Sanktionen und Leistungsbewertungen